Just in Time

 

„In der Logistik wird eine Lieferung als Just in Time bezeichnet, wenn sie genau im Moment des Bedarfs beim Kunden eintrifft. Sie wird deswegen auch als produktionssynchrone Beschaffung definiert. Der Vorteil ist, das keine Lagerung vor der Produktion nötig ist, denn die Waren werden gleich vom LKW an den Ort der Produktion gebracht und just in dem Moment verbraucht. Mit anderen Worten: durch die Just in Time Lieferung kann auf die Ausgleichsfunktion des Lagers verzichtet werden. Es gibt nicht eine große Lieferung, die über mehrere Tage verbraucht wird sondern es gibt mehrere kleine Lieferungen die exakt zu dem Liefertermin verbraucht werden.”1

Das Fotoprojekt Just in Time ist eine dokumentarisch anmutende Bildstrecke, die das Leben und Arbeiten von Fahrern und Fahrerinnen aus der Logistikbranche portraitiert. Den örtlichen Fokus richte ich auf die Ost-West-Achse in Deutschland. Dabei verwende ich den Titel Just in Time als Synonym für überfüllte Autobahnen bzw. Rasthöfe und weniger als eine konzentrierte Auseinandersetzung auf das Anfangs zitierte Phänomen und dessen kritisch zu betrachtenen Randerscheinungen. Der Grund für die Überlastung der Autobahnen durch Lastkraftwagen ist nicht ausschließlich auf die Just in Time Lieferung zurückzuführen. Im Wesentlichen geht es mir um alle Fahrer und Fahrerinnen und um die von ihnen gemachten Situationen auf den Autobahnen und Rasthöfen, die mir bei meiner Recherche begegnen und nicht nur um diejenigen, die Just in Time liefern müssen.

1 https://www.logistik-info.net/aktuelle-themen/just-in-time/

 


analoge Fotografien / 9 x 13 / 2019 (Auswahl aus der Serie)