














Pseudomöbel (Möbliertes Zimmer zu vermieten) / 2026
Die Installation und gleichnamige Ausstellung Möbliertes Zimmer zu vermieten besteht vorrangig aus gebauten Objekten in unterschiedlichen Materialien, meist jedoch aus beschichteten oder lackierten Spanplatten.
Zimmer und auch Wohnungen werden unmöbliert, aber auch möbliert vermietet. Mehr Profit lässt sich allerdings mit möblierten Zimmern und auch Wohnungen erwirtschaften, da es den Eigentümern ermöglicht, zum Beispiel den ortsüblichen Mietspiegel, wie zum Beispiel in Berlin, zu umgehen und intransparente Kosten für das Mobiliar zur Miete zu addieren.
Meine gebauten Objekte haben den Anschein eines Möbels, da sie auf den ersten Blick einem Möbel ähneln, jedoch erfüllen die gebauten Objekte nicht den eigentlichen Zweck, sie sind quasi als solches gar nicht verwendbar, es sind, wie ich sie nenne, Pseudomöbel. Der Tisch ist nicht zu gebrauchen, da die Tischplatte zu dünn ist und nur lose auf dem Gestell liegt, der Schreibtisch funktioniert nicht, weil die Abmaße des Objekts nicht im Verhältnis zum menschlichen Körper stehen, und die Kommode ist nicht zu gebrauchen, da sie schon beim Ansehen auseinanderfällt.
Diese von mir konzipierten Pseudomöbel platzierte ich in der ehemaligen und zum Teil leerstehenden Wohnung meiner Großmutter in Berlin-Marzahn im 13. Stock eines Gebäudes des Typs SK 65. Durch die Vermischung der eigenen Objekte (Skulpturen) mit dem noch vorhandenen Mobiliar und den privaten Gegenständen meiner Großmutter (Ready-mades) entstand eine zusammenhängende Installation.
Die Ausstellung / Installation thematisiert zwei Aspekte. Zum einen die Umkehrung eines gewöhnlichen Wohnraums zu einem Ausstellungsraum und zum anderen eine humorvolle Visualisierung des anfangs beschriebenen Phänomens der möblierten Vermietung.
Da meine Großmutter aus gesundheitlichen Gründen aus der Wohnung ausziehen musste und die Wohnungskündigung eingeleitet war, musste ich die Wohnung dementsprechend besenrein verlassen, und so wurde auch der Abbau Teil der künstlerischen Arbeit (Performance). Den Abbau tarnte ich als Entrümpelungsauftrag, den ein von Tillmann Ziola und mir gegründetes Unternehmen (KANTEBAU) übernahm. Die Pseudomöbel wurden als Skulpturen eingelagert und so mancher Gegenstand aus dem Nachlass meiner Großmutter landete in meinem Archiv, der Rest musste entsorgt werden…
The installation and exhibition of the same name, Furnished Room for Rent, consists primarily of constructed objects made of various materials, though mostly of coated or painted particleboard.
Rooms and apartments are rented out both unfurnished and furnished. However, greater profit can be generated with furnished rooms and apartments, as this allows owners to circumvent, for example, the local rent index—as is the case in Berlin—and add opaque costs for furniture to the rent.
My constructed objects appear to be pieces of furniture, as they resemble a piece of furniture; however, the constructed objects do not fulfill their actual purpose—they are, so to speak, completely unusable as such; they are, as I call them, pseudo-furniture. The table is unusable because the tabletop is too thin and rests only loosely on the frame; the desk doesn’t work because the dimensions of the object are out of proportion to the human body; and the chest of drawers is unusable because it falls apart just by looking at it.
I placed this pseudo-furniture, which I designed myself, in my grandmother’s former and partially
vacant apartment in Berlin-Marzahn, on the 13th floor of an SK 65-type building. By combining my own objects (sculpture) with the remaining furniture and my grandmother’s personal belongings
(ready-mades), a cohesive installation emerged.
The exhibition/installation addresses two aspects. On the one hand, the transformation of an ordinary living space into an exhibition space, and on the other, a humorous visualization of the phenomenon of furnished rentals described at the beginning.
Since my grandmother had to move out of the apartment for health reasons and the notice to vacate had been issued, I had to leave the apartment in a clean-as-a-whistle condition, and so the dismantling also became part of the artistic work (performance). I disguised the dismantling as a decluttering job,
which was carried out by a company (KANTEBAU) founded by Tillmann and Ziola. The pseudo-furniture was stored as sculptures, and some items from my grandmother’s estate ended up in my archive; the rest had to be disposed of…